Hausregister

Bauerschaft Hullern, Haus-Nr. 1 - 10

Hullern - Nr. 1 - Heiman(n) / Heuman / Heyman / Heiming Hullern - Nr. 6 - Heuer (im / in Holtz)
Hullern - Nr. 2 - Rademacher / Ra(de)macker Hullern - Nr. 7 - „Heiers Kotten“
Hullern - Nr. 3 - Hageman(n) / Hagen Hullern - Nr. 8 - Streil / Streul / Streyl
Hullern - Nr. 4 - Hanke Hullern - Nr. 9 - (Schulte) Biesing
Hullern - Nr. 5 - Hullermann Hullern - Nr. 10 - Schulte Hullern
Ergänzungen 

Lage der Höfe
Lage der ehemaligen Höfe mit den entsprechenden Haus-Nummern
(Ausschnitt aus der TK 25 4209 Haltern, Auflage 1954)

 

Hullern - Nr. 8

Streil / Streul / Streyl

Eintragungen in ausgewählten Schatzungsregistern / Steuerlisten des Fürstbistums Münster:

1498/99Israel, Johan
1534Sereyll, Johan; Sereyll, Arnt
1593Sereil, Johann, Arndz sonne
1630Streill (Höfner), 1 Mann, 1 Frau, 1 Schäfer
1644Sereyl
1654Sereylen, Johann (07.09.1654) / (Schierle-Protokolle)
1644Streyl
1664/65Striell (Gehele Erbe)
1672Striell („geheele erbe, nicht pfandtbar, von deme ist nichts zu erzwingen“)
1674Streill (wehme zuständig: St. Mauritz) (1)
1674Striell
1679Stroill (wehme zuständig: St. Mauritz)(1)
1680Streiell

 

Aufgrund eindeutiger Belege ist der Hof Streyl (und somit nicht der Hof Hullermann) ein ehemaliger Oberhof, der zum Dotationsgut des um 1070/1080 gegründeten Stift St. Mauritz bei Münster gehörte

Hof Streyl

Der ehemalige Hof Streyl in Hullern

Quellen
(1) Kloster St. Mauritz bei Münster
(2) Vgl. Schwieters, Geschichtliche Nachrichten über den westlichen Theil des Kreises Lüdinghausen, Münster 1891, S. 369 ff.
Eine „ Copia des Reservalbreffs“ von Engelbert (1450), von Stephan (1494) und von Joest van Mechelen (1518) an den betreffenden Probst von St. Mauritz im Besitz der Familie Streyl; Fotokopien liegen dem Verfasser vor.
(3) Stadtarchiv Haltern, V XXI Nr. 37 (alte Signatur); die Akte ist nach 1939 abhanden gekommen (vgl. Ph. Schaefer, Geschichte der Stadt Haltern, S. 341 bzw. S. 353)
(4) Unterlagen des Hofes Streyl; Fotokopie im Besitz des Verfassers
(5) In: „Rent Verscreibung von 6 geldt gulden auff Cyreil to Hulleren ... ad Bursam D Dnorum de 1608“ (Anmerkung: an das Kloster St. Mauritz bei Münster); Original im Besitz der Familie Streyl
(6) Archiv Nordkirchen, Urk. 2528 (Bd. 5, S. 28)
(7) Archiv Nordkirchen, Dep., Bd. 1, XI, E (Einzelne Straf- und Zivilprozesse), Nr. 250, Reg.-Nr. 12407 a
(8) BAM, GV Hullern, A 2 (1693)
(9) BAM, GV Hullern, A 3 fol. 10 ff.
(10) Stadtarchiv Haltern, Urk. 169/169a
(11) BAM, GV Hs 149 a f. 163/164 (3.)
(12) STA Münster, Regierung Münster Nr. 21594 (Aktiv - Kapitalien der Domänenrentei Werne, Akte Streil / Schreiben vom 28.02.1819: „1789 July 23 erschien der junge Anton Cyreil ... zur Übernahme des Erbes ... gesinnt ... “
(13) ebenda: Witwe am 8. Jan. 1795: „... daß ihre Behausung ohne alle ihre Schuld abgebrandt ...“
(14) Gemeinderatsmitglied (1822), siehe: Stadtarchiv Haltern, Chronik der Bürgermeisterei (1822), S. 12
(15) Gemeinderat (1837); stellvertr. Mitglied des Schulvorstandes (1840), siehe: Stadtarchiv Haltern, Chronik der Landbürgermeisterei Haltern (1840), S. 172 bzw. S. 214

Die „Copia“ eines sog. „Reservalbreffs“ aus dem Jahre 1494:

Stephan van Mechelen (auf Schloss Sandfort bei Olfen), belehnt mit dem Hof zu Hullern (= Streyl), an den Propst des Klosters St. Mauritz bei Münster, dem der Hof gehörte.

Ick Stephen vann Mechelenn selligenn Engelbertz sonne bekenne und betüge apenbair in düßem breue (= breve = Brief), Szo als unswille waß erheuen tuißchen my vund dem Edelenn Herenn Johann vann Brunckhorsth vann Batenborch prauest vund denn gemeine Kapittel der Kercken sunte Maurity buten vor Münster als ume de luide besetten up denn Hove tho Hullernn, denn ick vann der solven Kercken to Schulten gudes rechte entfangenn Hebbe Js idt geflegenn und gescheiden fruntlich ynn Düßer formenn, dat der luide my then tidth up denn Have tho Hullernn vürg. besetten eynn, als nemptlich de Meyersche deß Haves Horich und eigenn sal synn vann stundt ann der Kercken Pravestienn tho sunte Maurity vorbenompth, beholtlick doch vor my alleyn der selvenn twyer Lüde versterfft und erffdelung, Sunder insage deß pravestz vürg. Mer als dese strowwe versterfft wet, sal ick denn Hoff nach rade des pravestes tor tyt wedder besetten mit der Kercken und pravestienn tho sunte Maurity egenen Hovygen Lüidenn und wert, dat menn der ßo nicht Hebben Konde sal ich dar eyn tho bestellenn und upsettenn, all na rade und medewetten deß provestes vürg., und eyne wedder weßele dair vor gesynnen und nemenn vann dem praveste derselven Kercken ofte aver de prader wedder weßele ßo nicht bekomenn Konde, sall ick dar vann Hebben to myner eygenn nutz de erste frucht over lovende Seßiair na der geborth, und sollenn vort alle tydt dat parlüde, und weß dar na Kumpt, und geborenn weht alle thobehorich synn der Kercken vürg. und tho dem Have tho Hullerenn Also dat de Hoff alle tidt merbleve inn besitte Hoff Horyger eigener Lüde thobehorich der Kercken dar vann, was vann versterve und upkumpst erstguth und verfelth, sollenn mynn Her de Pravesth und ick gelicke delenn ... sede und gewonte der solvenn Kercken und pravestie Vortmer wert salen, dat der Hoff Hir na verbranth dar Godt vor sy offte verwoesteth worden, also dat menn der Luide dar nu upgesetten offt Hyr na byster wordenn und offt de Lüinn der besantenn und Hoff Horygenn Lüiden vorstorve Sollen mynn Her de pravesth und ick gelick gesettenn, und weeth ich Stephenn vorbenompt düße puncte, alle myt denn Edelenn und Erwerdygenn mynenn Leve Herenn Praveste und Capittele allsüß ingegangenn und beleuth Hebbenn, Heb ick ynn orkunde der warheith mynn Segell an Düßenn breff gehangen Hir weren ann und over de werdyge Erbarenn Herenn Wennemar van Der Horsth Skolaster des Domes tho Münster und Her Berenth Morrienn Pastoir in Olphen als rechte tüge und Dedinges Lüide Datum anno Domini Millesimo quadringentesimo Nonagesimo quarto feria quinta proxima post festum Omnin sanctorum.
Jm Jahre des Herrn 1494 am nächsten Donnerstag nach dem Feste Allerheiligen

Ausgewählte Quellen:
1. Codex Traditionum Westfalicarum, Bd. 3, Stift St. Mauritz, Münster 1888,
a) S. 116 bzw. Niesert, Münstersche Urkundensammlung, 4. Bd., Coesfeld 1832, S. 81: „ ... De Hulleron ... “ (Randbemerkung: Curtis Hulleren); ältestes Heberegister / Aus dem Evangelienbuche, 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts.
b) S. 121: „ Curtis Hulleren ... “ (Heberegister aus dem liber catenatus des Probstes Alexander).
c) S. 124: „ Hulleren ...“ unter: Pensio in kathedra Petri.
d) S. 129: „ Hulleren 10. sol. Petri ad kathedram“ (Heberegister aus dem weißen Buche des Stifts; Änderungen des Besitzstandes bis 1493 / Nach dem roten Buche).
e) S. 160 ff.: „ Curtis Hulleren villicatio ... “ (Beschreibung der Stiftsgüter nebst urkundlichen Mitteilungen über dieselben):
Demnach war der Hof Hullern ein Schulzenlehen und hatte ursprünglich 3 Unterhöfe: Kamphus im Ksp. Bösensell, Odink im Ksp. Buldern und Sütreken wohl im Ksp. Reken. Mit dem Haupthofe Hullern wurde im Jahre 1367 Bela, die Witwe des letzten Schulzen Hermann, und deren minderjähriger Sohn Hermann belehnt.
Aus weiteren Randbemerkungen:
Als im Jahre 1450 Engelbert von Mechelen auf Sandfort von St. Mauritz mit dem Hofe Hullern belehnt wurde, musste er dem Probst versprechen, den Hof mit Bauern (Leibeigenen) des Stifts zu besetzen. Der Scholaster zu Mauritz erzählt, dass er hierin sein Versprechen nicht gehalten, sondern den Hof mit seinen eigenen Leuten besetzt habe. Deshalb habe ihn die Strafe Gottes getroffen, er sei auf freiem Felde mitsamt seinem Diener von einem Bauern elendiglich ermordet worden. Sohn Stephan von Mechel(e)n wurde 1472, dessen Nachfolger Jobst 1518 von St. Mauritz mit dem Hofe Hullern belehnt. Mit Jobst starb der Mannesstamm der v. Mecheln um 1550 aus. Seine Tochter Joste erhielt u.a. Sandfort und heiratete Franz v. Bodelschwingh, der 1554 mit dem Hofe Hullern belehnt wurde. (2)

2. BAM, Pfarrarchiv Haltern, Urkunde Nr. 2:
Am 11. Juni 1414 verkauft Bernardus Bekehus, Bürger zu Halteren, dem Stephanus, Pleban zu Halteren, jährliche Einkünfte, u.a. 11 Scheffel Weizen halterner Masses aus dem Hofe des Hermannus to Hulleren, im Kirchspiel Hulleren, ... für 25 Mark münsterischer Währung.

3. BAM, Pfarrarchiv Haltern, Urkunde Nr. 3:
Am 9. Juli 1414 schenkt Stephanus, Rektor der Kirche zu Haltern, der Kirche zu Haltern eine jährliche Rente von 11 Scheffel Weizen, fällig aus dem Hofe Hullern, zum Unterhalt des derzeitigen Rektors, weitere 11 Scheffel aus demselben Hofe zum Unterhalt des ewigen Lichtes in der Kirche zu Haltern ...

4. In den einleitenden Worten zu dem ältesten Halterner Kirchenbuch aus dem Jahre 1639 ist vom obigen Sachverhalt die Rede:
„Anno 1414 ... Dns Stephanus ... dedit pastoratu Haltrensi undecim seliplinos siliginis annue e pra(e)dio Sehreil in hulderen ... “

5. Der Halterner Pfarrer Thewes (1739 - 1781) erwähnte in seinem Registrum Tedituum, Privilegiorum et Onerum Pastoratus Haltrensis ebenfalls den Hof Hullern als den Streylschen Hof. (3)

6. Als weiterer Beleg hierzu ist der Absatz 11 aus der „Designatio pertinentienum Curtis Cyreill in Hulleren. Nro. 17“ vom 08.07.1610 anzuführen:
„ ... Auf welchen ... stücklandes der Köster zu Hullern jährlichs dem Pastor zu Haltern, zur pacht /: als der Pastor sagt das es pacht sei :/ Elf Scheffel Roggen.“ (4)

7. Die Schatzungsregister / Steuerlisten des Fürstbistums Münster aus den Jahren 1674 und 1679 weisen als Grundherrn (= Eigentümer) des Hofes weiterhin das Kloster St. Mauritz bei Münsterr aus.

8. Das Kloster St. Mauritz wurde 1811 im Rahmen der preußischen Reformen aufgehoben.
STA Münster, Regierung Münster Nr. 22433 (Darstellung des Vermögensstandes des Stiftes St. Mauritz, 1824) fol. 66', 121', 141': Syreils Hof /Cyreil. Demnach ist der Hof Streyl der Domänen-Rentei Werne zugeordnet worden. Sie bildete schließlich einen Bestandteil des Freiherr vom Steinschen Fideikommisses, das nach dem Tode des Ministers Freiherr vom Stein im Jahre 1831 durch Erbschaft in der weiblichen Linie seiner Tochter Marie Therese Gräfin Kielmannsegge zufiel.

9. Eine Erbbaurechtbestellung, ausgestellt vom Königlichen Land- und Stadtgericht Dülmen am 27.04.1849, belegt, „wonach Theresia (v. Kielmannsegge) geb. Freiinn von Stein Besitzerin von Cappenberg und hiermit von Streyls Colonate geworden ist“. (4)

 

1608 Jürgen Syreill (5)

1627 Mai 2 - Erwähnung: Joh. Israeels (oo) Anna (= beide verst.), Tochter Greite (6)

1638 Johann Streyll zu Hullern(7)

Pannekoke, Wilh. *1629 (siehe: Haus - Nr. 40)
(oo) Streil, Cath. gest. vor 1693 (8)

Potter, Joes (Johan) *1641 (siehe: Haus-Nr. 56)
(oo)20.02.1666 Streil, Elis. *1645 (8)

1662 Streil und Frau, 4 Söhne, 2 Töchter (9)

1663 Streill, Johan (20. März 1663)(10)

Streil, Herman, *1635
(oo) 14.11.1669 Holscher, Cath., *1644 (Ksp. Olfen) (8)

Hanneke, Johan, * 1643 (siehe: Haus - Nr. 4)
(oo) 18.02.1671 Streil, Cath., *1644   (8)

Streil, Johan, gest. vor 1693
(oo) 09.02.1673 Holscher, Gertrudis, *1648 (Ksp. Olfen) (8)

Streil, Henrich
(oo) 01.11.1683 Pannkoke, Cath. (Haus - Nr. 40)

Schulte gt. Streil, Gerhard (siehe unter: Haus - Nr. 10)
(oo) 20.11.1695 Streil, Gertrudis, *12.08.1670
2. Ehe:
(oo) 17.07.1697 Hagen, Maria, *18.12.1670 (Haus - Nr. 3), gest. um 1719
2. Ehe:
(oo) 01.06.1717 in Hullern Bünner (Bunner), Herman (gt. Streul), *25.03.1669 (Overrath Nr. 4), gest. 24.03.1755
2. Ehe:
Streil, Clara, *05.05.1680, gest. 05.02.1759

Aufsitzer:

Streil, Joan Herman, *15.04.1721, gest. 20.04.1750
(oo) 27.11.1742 Schulte, Elis., *1720 (siehe unter: Haus - Nr. 10), gest. 26.04.1791
2. Ehe:
(oo) 15.07.1751 Steman (nunc Streül), Joan (vermutlich Ksp. Olfen)

Müge gt. Streil, Georgius Jürgen (Ackersmann), gest. 17.07.1805
(oo) 18.02.1762 Streil, Anna Maria Clara, *11.09.1743, gest. 25.04.1777
2. Ehe:
(oo) 25.11.1777 Kerckhoff, Anna Gertrud, *1743, gest. 24.04.1820

Streul, Anton(ius), mit großer Wahrscheinlichkeit: *09.04.1769, gest. 29.12.1794 (12)
(oo) 15.06.1790 Poecke (Pöcke), Anna Gertrudis, *20.01.1766 (Lavesum), gest. 26.03.1841
2. Ehe:
(oo) 02.08.1795 Hawig (Hovisch / Hovig) gt. Streul, Joan Hermann Henrich, *30.10.1767 in Lippramsdorf, gest. 25.03.1818

Streil (Streyl), Joh. Hermann (Colon), *29.04.1804, gest. 01.09.1876 (14), (15)
(oo) 27.06.1849 Kleimann, Maria Josephina Gertrud, *17.01.1829 in Nordkirchen, gest. 27.03.1892

Streyl, Joseph (Oekonom, Gemeindebürgermeister von 1890 gis 1920, Schulvorstandsmitglied), *13.07.1850, gest. 10.10.1942
(oo) 18.04.1893 in Datteln Bernemann, Theresia, *06.06.1864 (Buer), gest. 25.10.1936

Joseph und Theresia Streyl

Joseph Streyl und Theresia geb. Bernemann

Streyl, Heinrich (Gemeindebürgermeister: Nov. 1952 - Okt. 1964, Mitglied des Kreistages: 1960 - 1964), *17.02.1894, gest. 18.12.1982
(oo)Schulze Kalthoff, Maria, *12.07.1903, gest. 20.03.1985

Siehe: Joseph Streyl, Bildband 1000 Jahre Familie Streyl Hullern, Hullern/Rorup (1993)

 

- Streyl

 

Spätere Anschrift: Stever Nr. 8


Der Hof bewirtschaftete 475 Morgen

- Abbruch der Stallungen: 1977
- Auszug der Familie: April 1983
- Abbruch des Wohngebäudes: Sept. 1983

Kauf des Hofes "Gut Hamicolt" in Dülmen-Rorup (Hövel) im November 1969

Die ehemalige Hofkapelle Streyl wurde im Jahr 1852 erbaut und ist erhalten geblieben.